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Glücklich

Macht Sport glücklich?

Du kennst das vielleicht. Dir geht es so naja, aber weil heute dein Trainingstag ist, trainierst du eben. Am Anfang hast du überhaupt keine Lust, aber du machst weiter. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem du schwitzt, dein Herz schlägt, du deinen Körper mit all seiner Kraft spürst und dich einfach nur großartig fühlst!

Deswegen: Ja, körperliche Aktivität macht glücklich und dabei ist es sogar egal, welche Sportart. Hauptsache: Bewegung!

Wie funktioniert das eigentlich mit den guten Gefühlen?

Wenn wir glücklich sind, pumpt das Herz etwas schneller, bei den meisten um etwa drei bis fünf Herzschläge pro Minute. Durch die verbesserte Durchblutung erhöht sich die Hauttemperatur leicht, um etwa ein Zehntel Grad, und die Muskeln entspannen sich. Das Gehirn empfängt diese Signale des Körpers und deutet sie als Glücksempfinden.

Sport glücklich

Der Körper misst ständig, was abgeht

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. Rund um die Uhr, 24/7 werden Funktionen wie Atmung, Herzfrequenz, Temperatur und Organtätigkeit überwacht. Die Steuerung geschieht unter anderem über Hormone, die im Gehirn und in den Organen produziert werden. Und das passiert alles, ohne dass wir viel davon mitbekommen.

Bei körperlicher Tätigkeit schlägt das Herz schneller, um die Muskeln mit ausreichend Blut und damit Sauerstoff zu versorgen. Auch die Haut wird besser durchblutet, um die enstehende Wärme abgeben zu können.

Fällt dir etwas auf? Diese Veränderungen entsprechen so ziemlich genau den Körpersignalen, die das Gehirn mit Glück in Verbindung bringt! Das läuft in etwa so: Puls – Check! Temperatur – Check! Muskeln – Check! Gute Gefühle – Check!
Allein also durch diese körperlichen Veränderungen beim Sport, fühlen wir uns besser. Glücksgefühle entspringen nämlich immer dem Körper (siehe oben).

Du musst zugeben, dass es dir auch schon mal so ging, und du dich nach dem Sport völlig euphorisch gefühlt hast.

laufen macht glücklich

Chemiecocktail: Endorphine & Co.

Ebenfalls beteiligt bei der Steuerung von Glücksempfindungen sind bestimmte Hormone. Eines davon ist Serotonin, das einen entspannt, ausgeglichen und glücklich macht. Dann gibt es auch noch die Endorphine, die zu den körpereigenen Opioiden zählen und für die Entstehung von Genuss zuständig sind, also ebenfalls Wohlgefühl auslösen. Beides, Serotonin und Endorphine, werden beim Sport ausgeschüttet und sorgen so dafür, dass wir uns glücklich fühlen.

Ein weiterer Stimmungsaufheller ist das Dopamin. Das Gehirn schüttet diesen Stoff immer dann aus, wenn wir etwas oder jemanden begehren. Eine Forschergruppe der Ulmer Universiät geht davon aus, dass regelmäßige körperliche Aktivität zu einem verlangsamten Abbau des Dopamins im Blut führt. Dopamin ist eine erstaunliche Substanz, die uns antreibt und neugierig macht, die das Lernen fördert, Phantasie und Kreativität anregt und uns Lust auf Sex verschafft.

Sogar bei Depressionen hilft Bewegung

So dient sportliche Betätigung tatsächlich dazu, Niedergeschlagenheit zu vertreiben. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass bei depressiven Patienten Bewegungstherapie ähnliche Ergebnisse erzielte, als die klassische Behandlung mit Medikamenten.

Vor allem aber bei normaler Alltagsmelancholie kann Sport sehr hilfreich sein. Oft ist einem ja nur nach Rumsitzen zumute, wenn man mal down ist und man hat dann zu gar nichts Lust. Und ja, es kostet Kraft, die Sportklamotten anzuziehen und durch den Wald zu laufen oder seine Gewichte zu stemmen! Doch wenn man es schafft, gegen den inneren Schweinehund anzukommen und die Bequemlichkeit zu überwinden, hat man schon ein kleines Ziel erreicht und fühlt sich besser. So erlebt man ein Erfolgsgefühl, das man dann auch ruhig auskosten darf. Sieg!

Mehr graue Zellen durch Training

Und es gibt sogar noch einen weiteren positiven Effekt von Bewegung aufs Gehirn. Sind unsere Muskeln aktiv, wird der sogenannte Brain Derived Neurotropic Factor (BDNF) gebildet. Bei Depressionen wurde ein Mangel dieses Faktors als Mitursache für die Erkrankung festgestellt. BDNF sorgt u.a. dafür, dass neue Nervenzellen aufgebaut und Verbindungen im Gehirn geknüpft werden. So steigt das Gedächtnis und die Lernleistung des Gehirns und es können leichter neue, gesündere Gedankenmuster entstehen. So kann Sport durchaus helfen, aus immer wiederkehrenden negativen Gedankenkreiseln zu entkommen.

Bewegung glücklich

Jede Bewegung hilft

In diesem Artikel ist zwar von „Sport“ die Rede, jedoch ist damit jede Art der Bewegung gemeint! Das kann ein flotter (oder gemächlicher) Spaziergang um den Block sein, Tanzen, Spielsportarten wie Tischtennis oder Volleyball oder auch einfach nur Hausarbeit! Denn Bewegung tut unserem Körper und unserem Gemüt gut – wir sind dafür gemacht uns zu bewegen. Genau deshalb geht es im nächsten Artikel dann um Bewegung um Alltag.

Mehr zum Thema Glücklich seinDie GLücksformel

Die meisten Informationen zu diesem Artikel habe ich aus dem grandiosen Buch „Die Glücksformel“ von Stefan Klein. Er selbst sagte über sich zu der Frage, was er denn nach seinen Studien zum Thema Glück in seinem eigenen Leben geändert habe: „Ich beweg mich mehr!“
Im Buch werden jedoch nicht nur die Zusammenhänge von Glück und Bewegung erörtert, sondern es geht auf viele Erkenntnisse aus der Hirnforschung ein, erklärt, was bei bestimmten Empfindungen im Gehirn passiert und wie wir uns dieses Wissen darüber zunutze machen können. Sodass jeder seine eigene Glücksformel findet. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen!

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About Bettina

Hi, ich bin Bettina. Hier gibt es mit der Zeit Posts über HIIT und mein Leben, Training, Gesundheitsthemen und mehr. Ich bin noch am Anfang, also freue ich mich über Feedback. Schau dich ruhig um!

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